40 Jahre auf Achse
Während der Wintermonate gibt es im Steinbruch Duisburg eine Reihe mit dem Titel „Lagerfeuer“. Dabei geht es in der Regel um Motorradreisen rund um die Welt und entsprechend ist das Publikum eine Reihe von Weltenbummlern.
Gestern nun hatte ich das Vergnügen, den Vortrag „40 Jahre auf Achse“ von Andreas Pröve zu genießen.
Andreas sitzt, seit er Mitte 20 ist, querschnittsgelähmt im Rollstuhl. Ursache dafür war ein schwerer Motorrad-Unfall, die Folge davon ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Denn Andreas reist in seinem Rollstuhl mal mehr, mal weniger konventionell um die Welt.
Ich kann nicht sagen ob wegen des Unfalls oder schon vorher, auf jeden Fall trifft man selten einen Menschen, der mehr Willenskraft an den Tag legt, um seine Ziele zu erreichen. Über sich selbst sagt er gerne, dass er ein wenig verrückt sei und das kommt auf jeden Fall auch rüber: hat er ein Ziel, ist die Zielerreichung seine Obsession.
Ob das immer gut ist, sei dahingestellt. Auch das Mitschwingen der Frage, ob er durch seinen Unfall und die Lähmung einfach die Angst vor dem Tod verloren hat. Interessant ist aber, dass sein Verlangen, seine Ziele zu erreichen, nicht so weit geht, andere Menschen in Gefahr zu bringen. Sich selbst ja, andere nein. Das bedeutet, dass er ununterbrochen ein aktives Risikomanagement betreibt.
Was den Vortrag so besonders macht ist, dass man gezwungen ist, einen ständigen Abgleich mit sich selbst zu machen. Und mit der Frage, was man alles nicht macht und welche Ausreden man dafür anbringt. Denn Ausreden müssen es sein, betrachtet man die eigenen Möglichkeiten als Mensch ohne körperliche Behinderungen im Vergleich mit den Hindernissen, mit denen ein Mensch mit Andreas zu überwinden hat.
Wer also mal einen Abgleich mit der Realität braucht, vielleicht auch als Tritt in den Hintern um lange gehegte Träume endlich anzugehen, der sollte sich mal mit seinem Vortrag oder seinen Videos / Büchern beschäftigen. Nicht nur um Anerkennung für ihn zu entwickeln. Sondern eben auch für sich selbst.
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