Alles muss Gewinn machen? Was für ein Blödsinn!
Auf der Website der Tagesschau bin ich über einen Artikel gestolpert, der mich einmal mehr Fassungslos macht:
Milliardenverlust bei der Deutschen Bahn
Mehr Menschen nutzen die Deutsche Bahn, trotzdem hat der Konzern im vergangenen Jahr unter dem Strich erneut tiefrote Zahlen geschrieben. Bahnchefin Palla sieht aber eine Trendwende.
(Quelle: Tagesschau)
Können wir da mal drüber reden?
Ich würde nämlich gerne wissen, was das soll.
In meiner Welt gibt es „Services“, die ausschließlich dem Geminwohl dienen: ÖPNV und die Bahn stehen da vorne an. Aber auch Krankenhäuser, Wasserversorger und sogar Energieversorger haben zu allererst mal den Zweck, der Gesellschaft zu dienen.
Es ist ein perverses System, dass den „Erfolg“ der Bahn oder eines Krankenhauses daran fest macht, wie groß die Überschüsse sind. Denn mit kranken Menschen Geld zu verdienen ist nicht, was ein Krankenhaus machen soll, sondern es soll Menschen heilen. Die Bahn muss auch keinen Gewinn machen, sie muss eine Infrastruktur für Menschen und Güter bieten, die die Umwelt entlastet und das von A nach B kommen sicherstellt.
Das sind Aufgaben, die einen echten und absoluten Mehrwert für die Gesellschaft haben. Weswegen sie auch bis vor einiger Zeit in staatlicher Hand waren. Bis irgendwelche geldgeilen Berater es geschafft haben, Politikern ohne Weitsicht zu erklären, „der Markt“ könne das viel besser und wenn man z. B. die Bahn von den Beamten befreie, würde alles besser.
Wurde es besser?
Nein.
Geht es noch schlimmer?
Ja, dafür muss man nur nach England schauen, wie sowohl das System Bahn, als z. B. auch die öffentliche Gesundheitsvorsorge völlig den Bach runter gegangen ist.
Und gerade im Kontext des Iran-Konflikts, den die USA vom Zaun gebrochen haben, zeigt sich doch, wie wichtig vor allem die Bahn für die Gesellschaft und Industrie ist. Statt das aber zu erkennen und einzuräumen, dass die Privatisierung wohl doch ein Fehler war. werden Strecken gestrichen, Personal eingespart und die Infrastruktur auf Verschleiß gefahren.
Vielleicht sollte Politik mal erkennen, dass die Bürgerinnen und Bürger so Systeme wie die Deutsche Bahn durchaus nutzen wollen.
Die Passagierzahlen seien im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent auf 1,93 Milliarden gestiegen, hieß unter Berufung auf den Geschäftsbericht. Besonders im Regionalverkehr verzeichnete die Bahn demnach ein deutliches Plus.
Quelle: Tagesschau
Kluge Politik sollte daher in der Lage sein, nicht die Bilanz des Konzerns Bahn als Entscheidungsgrundlage zu nehmen. Sondern den gesellschaftlichen Benefit berücksichtigen, den es bringt, die Bahn auszubauen(!), die Preise zu senken(!) und durchaus bilanzielle Verluste in Kauf zu nehmen. Denn die werden durch die Steuern aufgefangen, die Bürgerinnen und Bürger dafür zahlen, dass der Staat ihnen eine Bahn zur Verfügung stellt.
Vielleicht ist es wirklich mal an der Zeit zu fragen, ob nicht eine Reihe von Privatisierungen, angefangen bei der Bahn und den Krankenhäusern, wieder Rückgängig gemacht werden sollten. Und müssten.
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