Das ist aber eine schöne E-Mail, die sie da haben. Darf ich die haben?

Das ist aber eine schöne E-Mail, die sie da haben. Darf ich die haben?

Es ist ja keine neue Neuigkeit, dass vor allem die amerikanischen Anbieter von Datenspeicher und E-Mail die Dateien und Mails scannen, die bei ihnen abgelegt werden. Natürlich immer nur zu Eurem Besten. 

Ich persönlich habe ernsthafte Zweifel daran, dass in einer von Marketing und Datenanalyse getriebenen Gesellschaft die Rechenleistung für Euch aufgewendet wird. Aber sei es drum, so oder so ist es ein Problem, dass E-Mail-Anbieter Eure Kommunikation mitlesen und entscheiden, welche Daten Ihr haben dürft und welche nicht. Und Euch ggf. einfach abklemmen

Wie massiv das wird, insbesondere bei der Abhängigkeit von US-Konzernen, erlebt gerade ein europäischer Richter(!) der per Federstrich in die Steinzeit geschickt wurde. Und ja, das kann jede und jeden von Euch treffen. Dabei ist Abhilfe recht einfach:

E-Mail

Schon die Wahl eines deutschen oder europäischen Anbieters kann helfen. Wenn es Webmail sein muss, also sowas wie T-Online anbietet, steht neben dem europäischen Recht auch das BSI und der deutsche Datenschutz auf Eurer Seite. 

Besser ist aber noch, wenn Ihr Eure Mails immer verschlüsselt versendet und mit externen Programmen bearbeitet und lest. Dann kann kein Mail-Server-Betreiber mitlesen und denkt immer daran: Egal was erlaubt ist und was nicht, es geht einfach. Mails haben an sich keinen Schutz!

Dabei gibt es mit PGP seit Jahrzehnten eine etablierte Lösung und einen guten Schutz für Eure Kommunikation

Einen solchen Schutz kann man z. B. mit Thunderbird super anfängerfreundlich einrichten. Einfach in dem E-Mail-Konto auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung klicken und mit wenigen Schritten sind Eure Mails verschlüsselt und unterschrieben.

Aber auch jenseits des Computer ist das problemlos möglich, z. B. mit Programmen wie Canary-Mail. Das bedeutet, Ihr könnt auf Euren Geräten Mails lesen und schreiben, Euer Mail-Provider bekommt aber nichts vom Inhalt mit und die Empfänger*innen wissen, dass die Mails wirklich von Euch sind. Win-Win-Situation nennt man das, glaube ich. 

Stellt Euch immer die Frage: womit verdienen die Firmen, die Euch „kostenlose“ Mail anbieten Geld? Denn aus reiner Menschenliebe machen die das mit Sicherheit nicht.

Die Königsklasse ist natürlich, wenn Ihr einen „eigenen“ Mail-Server habt, also bei einem deutschen oder europäischen Hoster die Infrastruktur nutzt. Da Ihr dann dafür (wenige Euro) bezahlt, besteht kein wirtschaftlicher Druck, Euch und Eure Daten auszuwerten. Das macht es für alle Beteiligten besser.

Allerdings solltet Ihr auch dort nicht auf Verschlüsselung verzichten. Das gilt übrigens in gleicher Weise auch für Messenger. Insbesondere WhatsApp solltet Ihr nicht nutzen, der in meinen Augen einzige empfehlenswerte Dienst ist seit Jahren Threema: Die Software kostet etwas, das stellt sicher, dass sie das Produkt ist und nicht ihr. Die Kommunikation erfolgt grundsätzlich verschlüsselt und um den Dienst zu nutzen, müsst Ihr nichts über Euch preisgeben – nicht mal eine Telefonnummer, die ja wieder ein Datensatz ist, den man mit anderen verbinden kann.

Also: Kriegt endlich Euren Hintern hoch und verschlüsselt Eure Mails und steigt von WhatsApp auf Threema um. 

Und kommt mir nicht mit „ich habe nix zu verbergen“. Im schlimmsten Fall lernen KI-Modelle aus Euren Nachrichten und Euren Mails nicht nur alles über Euch, sondern geben das auch weiter. Es geht nicht darum, ob Ihr was verstecken müsst – es geht einfach darum, dass es Microsoft, Meta, Google und Co einen feuchten Dreck angeht, mit wem Ihr über was kommuniziert. 


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