Das ist aber eine wunderschöne Datensammlung, die sie da haben.

Etwas, bei dem ich nicht müde werde es zu sagen, ist: 

„Wo ein Trog ist, da kommen die Schweine“.

Und hier ist mal wieder so eine Situation. In Deutschland wurde seinerzeit unter anderem mit der angeblichen Gefahr von gefälschten Ausweisen die Einführung der Speicherung von biometrischen Daten begründet. Neben Fingerabdrücken auch ein „biometrisches“ Foto. Also eines, dass möglichst gut von einem Computer ausgelesen und interpretiert werden kann.

Und es kommt natürlich wie es kommen muss: Während die Internet-Firmen sich über Gesetze zur „Altersverifikation“ freuen, die uns zwingen, persönliche Daten und Bilder abzugeben, wollen die Konzerne der haptischen Welt nicht das Nachsehen haben – und drängen auf Zugang zu den „nur für die Verhinderung und Aufklärung von Straftaten“ erhobenen Daten:

Die Bundesregierung plant einen Paradigmenwechsel beim Umgang mit hoheitlich erhobenen Identitätsdaten: Ein Referentenentwurf des Verkehrsministeriums vom 24. Februar 2026 zum „Gesetz zur Ermöglichung der digitalen Fluggastabfertigung“ sehe vor, dass private Luftfahrtunternehmen künftig sensible biometrische Daten aus amtlichen Ausweisdokumenten verarbeiten dürften, berichtete Netzpolitik.org.. (…)

Bisher ist die Verarbeitung dieser verpflichtend erhobenen Daten ausschließlich der Polizei sowie Pass- und Meldebehörden vorbehalten. Mit dem Vorstoß würde erstmals die Privatwirtschaft Zugriff auf diese Informationen erhalten.

Quelle: Golem

Und es war so klar, dass das kommen würde. Es war vollkommen offensichtlich, dass diese Daten, einmal vorhanden, Begehrlichkeiten wecken. Und man hat immer mehr das Gefühl, dass in Deutschland die Interessen von Konzernen grundsätzlich höher gewichtet werden, als die Interessen der Menschen. Wie eben das Interesse, nicht überwacht, kontrolliert und ausgeforscht zu werden.

Auf der anderen Seite: Wer kann es Unternehmen verdenken, die sehen wie der Staat sich ungehemmt Zugriff auf die persönlichsten Räume verschafft, indem er sich selbst per Gesetz dazu ermächtigt? Da will man als Firma seine Lobby-Gelder bei der Arbeit sehen und ein Stück vom Kuchen haben.

Und glaubt nicht, dass die Anwendung für Luftfahrtunternehmen alleine stehen bleibt. Weitere werden folgen. Alle wie immer mit den tollsten Versprechen und dann zählen wir die Tage, bis mal wieder ein paar Hacker eine Datenbank knacken, die es gar nicht geben dürfte und wir einmal mehr aufgefordert werden, uns zu schützen – vor einer Gefahr, die es gar nicht gäbe, wenn der Staat vor lauter Wirtschafts“förderung“ nicht immer wieder seine Schutzpflicht vergessen würde. 

 


Wenn Du möchtest, kannst Du hier meinen Newsletter abonnieren: