Das war es dann mit Microsoft

Das war es dann mit Microsoft

Das hier ist ein Beitrag, der mich irgendwie sehr traurig macht. Dazu müsst Ihr wissen, dass ich mit der Firma schon lange verbunden bin. Mein erstes Betriebssystem war MS-DOS 5.0und auch wenn ich diverse Versionen von Windows (ME, 8, Vista) übersprungen habe, fand ich Windows 3.11, 95, 98, XP, 7 und letztlich Windows 10 gut. 

Das hatte auch den Grund, dass die Welt der Computer zugänglicher wurde. Zur Zeit von MS-DOS und Windows 3.11 brauchte praktisch jeder „Normalo“ einen „Nerd“ wie mich, der half das Betriebssystem einzurichten und die ersten Schritte zu unternehmen. 

Und man kann über Microsoft denken, was man will: Bill Gates hatte einen Weg gefunden, Computer und damit sein Kernprodukt auf jeden Schreibtisch zu bekommen.  Plötzlich war es kein Problem mehr, einen PC selber in Betrieb zu nehmen und damit zu arbeiten. Auch zu Hause nicht. Internet war sowieso dabei Und auch Office hat mich und viele von Euch schon lange begleitet. 

In der letzten Zeit aber, ungefähr parallel zu der Zeit in der Satya Natella jetzt die Geschicke von MS lenkt, wurde es für mich immer schwerer, irgendwas Gutes über MS zu sagen. So wurde z. B. Office deutlich teurer, als es eh schon war: Wegen der Integration von KI die niemand will und vor der selbst Microsoft warnt. Während jahrelang vorhandene Fehler nie korrigiert wurden. 

Dazu kommt der hier im Blog mehrfach diskutierte Trend, das alles nur noch ein Service gegen monatliche Zahlung ist, Microsoft seine Kunden zu Online-Accounts zwingen will, Windows 11 nur noch Spyware und eine Plattform für Werbung zu sein scheint und das allgemein der Kontrollfetisch keine Grenze mehr zu kennen scheint. 

Windows 11 ist sowieso ein Problem:

Statt wie in der Vergangenheit dafür zu sorgen, dass es auf möglichst vielen Computern in den Haushalten läuft, hat man bei Microsoft einfach beschlossen, die Anforderungen an die Technik dramatisch zu erhöhen. Allem voran durch die Pflicht zu einem, für die Nutzenden weitgehend nutzlosen, Chip namens „TPM 2.0„. Computer, die den nicht haben, dazu gehört sogar mein sehr großer und mächtiger Desktop zu Hause, kriegen kein Windows 11, der Service für Windows 10 läuft aus. Kauft neu oder Pech.

Das „Problem“ für Windows ist aber, dass Linux inzwischen für Endnutzer tauglich ist. So habe ich z. B. zwei PC zu Hause schon vor einer ganzen Weile auf Ubuntu umgerüstet. Mir gefiel vor allem, wie einfach die Installation läuft, wie aufgeräumt alles ist und wie einfach es geworden ist, damit zu arbeiten. Und wer Windows-Look-and-Feel braucht, kann ZorinOS nutzen. 

Und damit kommen wir jetzt zum aktuellen Ärgernis und warum ich einfach absolut überhaupt keine Lust mehr auf Microsoft und Windows habe:

Die rüstige Oma meiner Freundin rief um Hilfe: Ihr PC wollte nicht mehr. Start dauert ewig, an Benutzung war im Grunde gar nicht mehr zu denken. 

Wir hatten noch ein 17-Zoll Desktop-Replacement von Lenovo aus 2018 daheim, dass ich mal mit einer moderneren SSD ausgestattet hatte und das unter Windows 10 treue Dienste verrichtete. 

Also habe ich die Kiste genommen: Windows 11 ging nicht, kein TPM. Windows 10 ist auch nicht klug, weil auch der verlängerte Service ja demnächst ausläuft. Also habe ich Ubuntu installiert.

Und siehe da: nach einer kurzen Einführung, nicht mal durch mich, sondern durch meine Freundin, konnte sie ins Internet, ihre E-Mails abrufen und wusste, wo sie Libre-Office findet. 

So weit so gut. Ich habe dann aber das alte Notebook überantwortet bekommen und bin ja neugierig. Was mag wohl dahinter stecken?

Zunächst: Es stimmte. Das Notebook brauchte ewig um zu starten und begrüßte mich dann mit Windows 8(!). Und jeder Mausklick führte erst mal zu minutenlangen Pausen. Also mal an die Fehleranalyse begeben. 

Das erste was man in so einem Fall prüft, ist die Festplatte. Ein solches Verhalten deutet oft auf eine defekte oder komplett volle Festplatte hin. Meine Überraschung war groß, dass die Festplatte technisch in Ordnung war, wenn auch ein altes und langsames Modell. Und von 512GB waren auch nur gut 100 belegt. Okay, das also nicht. 

Das nächste was man sich anschaut, ist was an Programmen installiert ist und automatisch startet. Das war nicht besonders auffällig, im Gegenteil, es war sogar sehr wenig installiert. Malware konnte ich auch nicht finden. Langsam fing es an komisch zu werden.

Ein Blick in den Task-Manager brachte mich etwas weiter: Direkt nach dem Start, noch bevor irgendeine Anwendung gestartet war, war der Arbeitsspeicher (4GB) voll. 4GB sind heute nicht viel, damals aber völlig ok. Das Problem: wenn der Speicher voll ist, versucht Windows die Festplatte als Erweiterung (Auslagerungs-Datei, Swap-File) zu nutzen. Da die aber recht langsam war und das nur bis zu einem bestimmten Grad geht, war der Computer die ganze Zeit unbenutzbar, weil die Festplatte mit 100% ihrer möglichen Fähigkeiten gefragt war. 

Das war komisch. Kein Defekt, nicht voll, keine komische Software, was zur Hölle geht da vor?

Ich wollte dann ein Testprogramm aus dem Internet laden und da kam der erste Hinweis: auf dem Notebook war nur der Microsoft eigene Edge installiert. Und was sehe ich da in der Menüleiste? 

CoPilot.

Die KI-App von Microsoft.

Ein wenig weitere Recherche hat meine Befürchtungen bestätigt: Microsoft hat selbst auf ein Windows 8 – Notebook, für das man keine Sicherheitsupdates mehr anbietet(!) per Update seine beschissene KI ausgerollt. Mit der der Prozessor  und der Speicher gnadenlos überlastet waren. 

Ich hätte kotzen können. Nicht nur, dass Microsoft ja keine sicheren Produkte mehr liefert und dann zum Umstieg zwingen will, indem man irgendwann aufhört nachzubessern. Nein, der Dreck den niemand will, wird Remote auf Notebooks gespielt, die dafür gar nicht gedacht sind. Mit vorhersehbarem Ergebnis, denn ohne meine Freundin und mich wäre ein neues Notebook gekauft worden – mit Windows 11.

Das Problem für mich war aber folgendes:

Das Notebook ist doch technisch völlig ok. Gut, die Festplatte ist etwas langsam. Aber der Prozessor hat 4 Kerne und wie gesagt, 4GB Arbeitsspeicher.

Also habe ich einfach mal Ubuntu installiert. Und zwar bewusst nicht so, wie man es bei Geräten mit zu wenig Ressourcen installieren würde, sondern einfach als Vollpaket. Mit LibreOffice und alles.

Und was soll ich sagen?

Selbst im Multitasking, also wenn ich Updates installiere, im Hintergrund Software läuft und so weiter, ist der PC kaum ausgelastet und von den 4GB sind immer noch 3GB frei.

Mit der aktuellsten Version von Ubuntu auf einem Notebook, dass vermutlich 2012-2013 gekauft wurde. 

Und ja, Microsoft könnte das auch gewährleisten. Will es aber nicht. Es will Geld mit Werbung und Euren Daten, es will den Umsatz von Hardware (auch der eigenen) ankurbeln und am Ende seid Ihr die Leidtragenden. 

Und ich sage Ihr und meine Wir. Denn ich bin Teil dieser Gruppe. Aber mir reicht es: ich werde keinem in meinem Umfeld mehr helfen, Windows 11 irgendwie zu entschlacken oder datenschutzfreundlich einzurichten. Statt dessen werde ich konsequent in meinem Umfeld darauf drängen, auf Linux zu wechseln, gerne auch auf Zorin OS. 

Und wenn ich so sehe, welche Regierungen und Unternehmen inzwischen auch feststellen, dass sie mit Linux und OpenSource besser dastehen, als mit Microsoft und deren stark eingeschränkter Produktwelt, glaube ich das wir einen Zeitenwechsel erleben. Einst war total unwahrscheinlich, dass es mal eine Zeit ohne Microsoft geben wird. Aktuell sieht es aber so aus, als wenn Apple (deren Betriebssystem basiert auch auf Linux) und Linux auf Nicht-Apple-Geräten nicht nur aufgeholt haben. Sondern auf einem Niveau sind, bei dem es keinen Grund mehr gibt, Windows nutzen zu müssen. 


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