Die Autofahrer – eine sehr merkwürdige Spezies
Als ich neulich zum Bahnhof gelaufen bin, kam ich wieder an einem „Spezialexperten“ vorbei. Ein Auto, Verbrenner, mit einem Aufkleber auf dem Kofferraum, dass E-Autos nix taugen. Und wo stand das Auto? Auf einem Stück Wiese, damit man nicht 20 Meter mehr bis zum Parkplatz laufen muss.
Ich hatte noch kurz überlegt, das zu fotografieren. Aber irgendwie wird man dessen müde und solche Menschen begreifen eh nix mehr.
Aber zusammen mit einem Blick in die Presse frage ich mich wieder, was genau eigentlich mit autofahrenden Menschen nicht stimmt. Und versteht mich nicht falsch, ich bin selber sehr gerne und sehr lange Auto gefahren, glaube aber das es einen großen Abstand zwischen solchen „ich parke wo ich will“ und anderen Merkwürdigen sowie mir gibt. Aber worum es mir eigentlich geht:
In Dinslaken hat eine Autofahrerin zwei Kinder bei einem Unfall getötet. Sie fuhr Auto und Ihr Herz setzte aus. Und man muss es leider so konkret sagen: Überraschen darf das niemanden, denn die gleiche Frau hatte schon einmal einen internistischen Notfall am Steuer – aber das hinderte sie nicht am Weiterfahren, dem Arzt nicht daran ihre Fahrtüchtigkeit anzuzweifeln und die Verwaltung schien keinen Handlungsdruck zu sehen:
Gegen die Beschuldigte war schon 2025 ein Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft Duisburg wegen des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs anhängig. So soll es bereits am 19. Mai 2025 zu einem Verkehrsunfall gekommen sein, bei dem die Beschuldigte einen plötzlichen und nach dem Ergebnis der damaligen Ermittlungen für sie nicht vorhersehbaren Ohnmachtsanfall erlitten hat. Das Verfahren wurde mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt, erklärt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.
Quelle: NRZ
Schon das finde ich einen Skandal. Aus allen Richtungen, denn wenn Ihr die Einsicht fehlt muss der Staat hier die Menschen vor ihr schützen. Hätte schützen müssen. Aber hey, Autofahrer in Deutschland, bis da mal einer sagt, dass Du nicht mehr fahren darfst, muss offensichtlich sehr viel passieren.
Aber das ist nicht alles, denn an die Geschichte musste ich in einem anderen Kontext wieder denken. Wegen einer Bombenentschärfung in Dinslaken.
Das scheint auf den ersten Blick nicht viel mit einander zu tun zu haben. Aber in dem Artikel zur Bombenentschärfung liest man:
Viele Auto- und Radfahrer wollten nicht hinnehmen, dass sie an der Stelle nicht passieren konnten, diskutierten mit den Ordnungskräften. Dann müsse sie ja jetzt wieder zur B8 zurück, entgegnete eine Frau fassungslos, als ihr die Durchfahrt über den Radweg von der Amalien- auf die Dianastraße verweigert wurde. Ein Mofafahrer versuchte es hintenrum, über die Ursulastraße – und wurde trotzdem ertappt.
Quelle: NRZ
Und was war bei den getöteten Kindern so auffallen, dass es in den Artikel Einzug hielt? Richtig…
Die Absperrungen sorgten zum Ärger der Polizei bei einigen Verkehrsteilnehmern und Anwohnern für Unverständnis. Sie beschwerten sich über die vorübergehenden Einschränkungen.
Quelle: NRZ
Ehrlich, ich kann das alles nicht mehr. Was geht in den Menschen und ihren Köpfen vor, wenn sie in ihrem Stadtpanzer sitzen und den Zündschlüssel umgedreht haben? Scheinbar ist alles nur noch Parkplatz und wenn man dann mal den PKW bewegt, hat man gefühlt das gottgegebene Recht, zu jederzeit überall fahren zu dürfen.
Das ist alles nur noch absurd, was in unserer Gesellschaft von statten geht. Allerdings sollten wir uns wirklich fragen, ob wir so ein Verhalten weiter tolerieren. Gut tut uns das jedenfalls nicht.
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