Die Frage nach der Sicherheit 2025 / 2026
Wie schon in den Vorjahren, soll es auch dieses Jahr einen Blick auf die Kriminalität in Voerde geben. Grundlage dafür ist die „Polizeiliche Kriminalitätsstatistik“, die alle Fälle enthält, die der Polizei bekannt geworden sind. Wohlgemerkt Fälle, die Bekannt wurden, nicht solche die Verurteilt wurden bei denen es zu einem Freispruch kam oder oder oder. Es ist also nicht die „echte“ Kriminalität, sondern einfach das, was die Polizei selber sieht und verfolgt, oder was der Polizei zugetragen wurde.
Auf den rechtsrheinischen Kreis Wesel bezogen, ist Voerde mit 1.560 Fällen (1.513 im Vorjahr) nach der Stadt Wesel und Dinslaken auf Platz 3. Wenn man das auf die Einwohner rechnet, sind wir auf Platz 4, nur in Schermbeck und Hamminkeln ist weniger los gewesen, als bei uns – selbst in Hünxe passiert mehr.
Wie in den Vorjahren werde ich Voerde insbesondere mit Dinslaken vergleichen: Dinslaken ist nicht nur unsere Nachbarstadt, sondern hat auch ungefähr doppelt so viele Einwohner*innen. Die einfachste Logik wäre: Doppelte Menschen, doppelte Zahlen. Das stimmt natürlich so nicht, weil Dinslaken und Voerde sich in einigen Punkten unterscheiden, wie das Dinslaken mehr oder weniger an 2 Autobahnen liegt und mit dem Bahnhof einen ÖPNV-Knotenpunkt hat. Aber zur Vereinfachung…
In Voerde gab es demnach im vergangenen Jahr 1.560 Straftaten und damit geringfügig mehr als im Vorjahr, wo es 1.513 waren. Dinslaken dagegen kommt mit 4.068 um die Ecke, also mehr als doppelt so viele Straftaten. Wobei man dazu sagen muss, dass es in Dinslaken fast 400 weniger als im Vorjahr waren, das in der Statistik besonders herausstach.
In Voerde konnten 57,24% der Fälle aufgeklärt werden, in Dinslaken 51,57%
Im Bereich der „Gewaltkriminalität“ kam es leider zu einem Anstieg auf 64 Fälle, das sind 12 mehr als im Vorjahr. Davon konnten 84,38% aufgeklärt werden. Dinslaken hat 155 Fälle zu verzeichnen gehabt, auch eine Steigerung zum Vorjahr, wo es noch 117 gewesen sind.
Ein gleiches Bild ergibt sich dann bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung, die ja gerne mal eine Folge von Gewaltkriminalität ist. In Voerde haben wir mit 51 Fällen (44 im Vorjahr) einen Höchststand in den letzten 5 Jahren und müssen leider feststellen, dass dieser Wert kontinuierlich ansteigt. Wobei man die 51 natürlich auf gut 36.000 Einwohner*innen und 365 Tage runterrechen muss. Trotzdem nicht schön. In Dinslaken waren es 108 Fälle.
Die Anzahl von „Raub“ ist dagegen erfreulicherweise zurückgegangen. Waren es 2023 noch 14 Fälle, waren es im letzten Jahr nur noch 6. Dinslaken hält mit 31 dagegen.
Diebstähle gab es in Dinslaken 1.642 und damit mehr als drei Mal so viele wie in Voerde, wo es lediglich 511 Fälle waren. Seit 2023 ist in Voerde zudem ein Abwärtstrend zu verzeichnen und wir sind auf dem zweitniedrigsten Wert seit 2021 angekommen.
Bei den Wohnungseinbrüchen ist es sogar der niedrigste Wert seit 2021: in 2025 gab es nur noch 28 Fälle in Voerde, Dinslaken hält mit 115 dagegen.
Bei den Drogen passiert genau das, was man erwartet, wenn sie legalisiert werden: Die Anzahl der Rauschgiftdelikte ist von 38 auf nur noch 18 gefallen (Dinslaken: 60 statt 141). Was zeigt, dass durch die Legalisierung von Cannabis auch erhebliche Potentiale bei der Polizei frei werden, die zur Bekämpfung anderer Formen der Kriminalität gebraucht werden.
Man kann also ein Mal mehr feststellen, dass es sich in Voerde sehr sicher und gut leben lässt. Der Anstieg der Gewaltkriminalität ist natürlich unschön, wird aber aufgefangen von einer guten Aufklärungsquote und man darf nicht vergessen, dass wir hier über eine, auf die Stadtgesellschaft bezogen, verschwindend geringe Größe reden. Unschön, trotz der kleinen Zahlen, ist allerdings der seit 5 Jahren anhaltende Trend zu mehr gefährlicher und schwerer Körperverletzung: Ein Anstieg von 32 Fällen in 2021 auf 51 in 2025 ist ein Problem – aber auch bei der Frage, wie man etwas dagegen machen will, weil es halt wieder auf ein Jahr und 36.000 Menschen heruntergebrochen eher schwierig sein dürfte. Es zeigt aber vielleicht, wenn wir uns mal von der Polizei lösen, dass wir hier ein gesellschaftliches Problem haben, dass wir vielleicht auch eher von dieser Seite angehen müssen.
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