Don’t Look Up – ein Rant
Wie sich die Zeiten ändern….
vor ein paar Jahren habe ich darüber philosophiert, dass digitale Angebote eigentlich eine geile Sache sind: Niemand musste mehr illegal Filme und Musik laden, wenn es die Musik sehr günstig z. B. bei Apple Music gab und die Filme bei Netflix.
Im Laufe der Zeit haben die Konzerne aber ihre Macht erkannt und immer mehr wert drauf gelegt, dass man die Produkte nicht einfach runterladen kann. Sondern nur in einer Art und Weise die sicherstellt, dass die Anbieter jederzeit entscheiden können, Dich von der Benutzung wieder auszuschließen. Kaufen war out, Mieten war in.
Gleichzeitig tauchten immer mehr Streaming-Services auf, die Preise stiegen massiv und dann… begann auch noch das Delisting: Ein Video, dass Du mal bei Service A gucken konntest, was plötzlich bei Service B.
Oder ganz verschwunden.
Letzteres ist eigentlich noch das übelste. Die Medienkonzerne entscheiden nicht nur, wie Du Deine Medien konsumierst, sondern auch ob überhaupt – egal wie viel Du bezahlt hast.
Das war aber noch nicht genug, es musste noch was her: Die Unmöglichkeit von Alternativen. Da kam es den großen Medienkonzernen wie Netflix ja gerade recht, dass sie auch ins Produktionsgeschäft eintreten konnten. Und damit auch entschieden, was mit den Filmen passiert.
Und ein sehr unrühmliches Beispiel dafür ist der Film „Don’t Look Up“ von 2021.
Der Film wurde schlicht nie für das Heimkino jenseits des Streaming vermarktet. Sprich:
Man kann diesen Film nicht legal für die heimische Mediensammlung erwerben.
Und damit ist er auch dem digitalen Vergessen anheim gestellt. Denn nur Netflix entscheidet, wie lange der Film in Angebot sein wird und wie lange Menschen ihn sehen können. Wenn man ihn weg haben will, reicht im übertragenen Sinne ein einziger Mausklick und der ist aus dem digitalen Erbe verschwunden.
Kein Wunder, dass sich zunehmend eine Community bildet, die dem entgegen wirken will. Ursprünglich entstanden in der Gaming-Szene, in der zuerst zu spüren war, was passiert wenn Hersteller einfach keine Lust mehr haben, dass Spieler*innen „gekaufte“ Spiele weiter spielen können. Selbst wenn es um Single-Player-Spiele geht, die gar kein Internet bräuchten.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich denke es wird in Zukunft ein Umdenken bei den Kund*innen geben, wenn sie immer stärker merken, das sie nichts mehr besitzen aber ständig dafür zahlen. Egal, wie bequem es ist.
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Früher^TM gab es Leute, die haben im Kino den Film mit einer Kamera abgefilmt und (illegal) ins Netz gestellt. Heute muss man das zu Hause am eigenen TV machen. OMG.
Nur echt mit jemandem, der durchs Bild läuft 🤣
😂👍