Für eine strahlende Zukunft!

Ich weiß ernsthaft manchmal nicht, ob ich lachen oder weinen soll. 

Vor gut 15 Jahren ereignete sich die Atomkatastrophe von Fukushima, in deren Schatten Milliarden Liter Wasser radioaktiv verseucht wurden und tausende Menschen mit den Folgen der Katastrophe direkt leben mussten. Und sei es nur, weil sie ihre Heimat verloren. 1986 flog uns Tschernobyl um die Ohren, mit teils bis heute spürbaren Folgen für ganz Europa. 1979 kam es zur Kernschmelze im AKW Three Miles Island

Lernen wir daraus?

Nein. Trotz gegenteiliger Beweise glauben wir irgendwie immer noch, wir hätten alles im Griff und das wären doch nur bedauerliche Einzelfälle. Weil Mitarbeiter nicht aufgepasst hätten. Oder wegen Naturaktstrophen. Passiert natürlich immer nur bei den anderen. Niemals bei uns.

Und während die CDU in Deutschland gerade Strom aus Energiequellen wie Wind und Sonne sturmreif schießt, die günstig und ungefährlich sind…

… versucht sie über die EU den Ausstieg aus dem Ausstieg: 

Von der Leyen betonte, dass sich dies ändern müsse. Europa wolle Teil des Revivals der Kernkraft sein. Die Kombination aus Nuklearenergie und erneuerbaren Energien sei maßgeblich für eine günstige, resiliente und europäische Stromversorgung. (Quelle: Heise)

Und dabei wird uns auch noch dreist ins Gesicht gelogen: Frankreich hat ein Atomkraftwerk gebaut und in Betrieb genommen. Kosten? Schlappe 12 Milliarden Euro, statt geplanter 3,3 Mrd EuroBauzeit? Schlappe 20 Jahre.

Und wir können ja mal raten, wer denn da alles in Frage kommt, die Kosten zu bezahlen:

A) Die Betreiber verringern den Gewinn

B) Die Kund*innen zahlen mehr

Ich hätte da so eine Theorie. In Frankreich machen das Bürger*innen das übrigens über die Steuer. So durfte er in 2023 fast 1,5 Milliarden Euro draufzahlen, um die Stromkosten zu verschleiern. Sorry, zu deckeln. Und Versichern gegen Unfälle wie die genannten? Macht keine Versicherung, also wieder der Staat und damit wieder die Steuerzahler*innen. 

Atomkraft ist irre teuer, Atomkraft ist irre gefährlich und wie irre muss man sein, um daran festzuhalten.

Grafik von Ralph Ruthe, bei dem eine Wolke wie ein Drachen von einer Frau hinter einem Gebüsch vor der Sonne gehalten wird um eine Solaranlage zu beschatten. Vor dem haus stehen zwei Personen, eine sagt "wir sehen Sie Frau Reiche"
Quelle: https://ruthe.de/cartoon/3671/datum/asc/

Aber es passt natürlich zum Kurs, den auch Wirtschaftsministerin Reiche, ebenfalls CDU, fährt: Die großen Energiekonzerne sollen weiter die Marktmacht behalten und die Lizenz zum Geld drucken. Und wenn das mit Öl und Gas zunehmend schwerer wird, dann wenigstens so. 

Achso, wo wir gerade bei Reiche sind: Euch ist schon klar, dass der Strom aus den neuen Gaskraftwerken keinesfalls günstiger sein wird, als der aus der Sonne und dem Wind?

Falls nicht:

Für die erste Berechnung haben sich die Studienautoren die Stromgestehungskosten angeschaut. Dieser Wert beinhaltet neben den Kosten für die Erzeugung einer Kilowattstunde (kWh) Strom auch die Kosten für den Bau des Gaskraftwerkes, dessen Betrieb und den späteren Abriss. Demnach liegen die Kosten je nach CO2-Preis zwischen 23 und 28 Cent/kWh. Werden jedoch zusätzliche gesellschaftliche Kosten berücksichtigt, könnten die Gesamtkosten auf bis zu 67 Cent pro Kilowattstunde steigen. (Quelle: T-Online, Hervorhebung von mir)

Wieso lassen wir das zu?

Wir wissen es doch besser. Und wir haben Alternativen. Also lasst uns endlich laut werden!

 


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