Im Internet weiß niemand, dass Du ein Hund bist….
Vor sehr, sehr langer Zeit wurde das Internet sehr treffend mit einem Cartoon erklärt:

Die Botschaft ist offensichtlich selbsterklärend: Du weißt nicht, wer am anderen Ende einer digitalen Leitung sitzt.
Oder was.
Das war auch lange Zeit ein wichtiges mahnendes Motiv für Eltern, die ihren Kindern Medienkompetenz und einen sicheren Umgang im Internet vermitteln wollten.
Und dieser Cartoon ist aktueller denn je. Denn in der Presse wird derzeit vor „KI-Schwärmen“ gewarnt:
Es könnte der nächste große Schritt in der digitalen Manipulation sein: sogenannte KI-Schwärme. Nicht mehr einzelne Bots, die Falschinformationen verbreiten – sondern ganze Gruppen künstlicher Persönlichkeiten, die wirken wie echte Nutzerinnen und Nutzer. Sie diskutieren miteinander, reagieren auf Menschen, passen sich der Stimmung an und erzeugen so etwas wie einen künstlichen gesellschaftlichen Konsens.
(Quelle: Tagesschau)
Das ist weder überraschend, noch neu. Das Problem ist, dass wir nach wie vor keine echten Maßnahmen entwickeln, damit umzugehen. Auch die Hinweise aus dem Artikel sind nicht wirklich „Lösung“, mehr „Hilflosigkeit“:
Um demokratische Prozesse zu schützen, plädiert das Forschungsteam für frühzeitiges Handeln. Inhalte sollten mithilfe von Mustererkennung auf koordiniertes Verhalten geprüft werden, um künstliche Schwärme schneller zu identifizieren.
Ergänzend könnte eine unabhängige Beobachtungsstelle entstehen, die plattformübergreifend überwacht, wie KI-Agenten Debatten beeinflussen. Je früher solche Netzwerke sichtbar werden, so Garcia, desto schwerer fällt es ihnen, Vertrauen zu untergraben und echte Meinungsvielfalt zu überdecken.
Natürlich könnten wir schon länger Maßnahmen planen und umsetzen. Wenn wir denn wollen würden. Denn genauso wie man ein „soziales Netzwerk“ für Bots bauen kann, kann man auch Maßnahmen umsetzen, sich in der digitalen Welt als Menschen auszuweisen. Das eine sind natürlich personenbezogene Dokumente, die man dafür nutzen könnte, wie zum Beispiel den elektronischen Perso. Oder ein Web of Trust wie es mit PGP oder Threema möglich wäre.
Natürlich verhindert beides, das neue Kommunikationsforen oder Plattformen explosionsartig wachsen, was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss.
Es mag absurd klingen, dass wir uns was überlegen müssen, wie wir unsere Kommunikation und damit unsere Demokratie vor autonomen Systemen schützen können. Es ist der Preis den wir dafür bezahlen, dass wir uns weigern KI ordentlich zu regulierenEs ist der Preis den wir dafür bezahlen, dass wir uns weigern KI ordentlich zu regulieren und in gesetzliche Schranken zu verweisen. Es ist der Preis den wir für den Glauben an Markt, Macht und Geld zahlen, den wir zu zahlen haben, wenn wir Unternehmen wie OpenAi, Google und andere einfach machen lassen.
Das Problem ist nur, wir müssen heute damit anfangen. Und wir müssen den Politikern in unserem Umfeld und auch den Unternehmen in unseren Leben klar machen, dass wir entweder erst gar keine KI erzeugte Kommunikation wünschen oder diese eindeutig gekennzeichnet sein muss. Denn ich möchte nicht wissen, wie viele Serien- und Massenbriefe von Energieunternehmen, Versicherungen und so weiter schon längst von Bots erzeugt und versendet werden.
Wenn Ihr also sichergehen wollt, dass Euer Gegenüber im digitalen Netz kein Hund, sorry Bot ist, dann ruft Eure Lokalpolitiker an, geht in Sprechstunden der Landtags- und Bundestags- und EU-Abgeordneten und fordert, dass wenigstens innerhalb der EU endlich klare Regeln geschaffen werden, die verhindern, dass KI demnächst wie schon die Bots bei den letzten Wahlen versucht, die politische und gesellschaftliche Diskussion zu steuern.
Sonst wachen wir schneller in einer Muskschen Braun-Blauen Realität auf, als uns lieb sein kann.
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