Persien zwischen Heimat und Fremde
Als ich den Beitrag „40 Jahre auf Achse“ schrieb, fiel mir auf, dass ich Euch gar nicht von dem Persien-Vortrag beim Lagerfeuer Duisburg erzählt habe: „Persien zwischen Heimat und Fremde“ mit und von Reza Ashtiani, der auf Insta als „Adventure Rocker“ unterwegs ist.
Wenn man Reza das erste Mal so sieht, wird schnell klar, warum er sich den Nick „Rocker“ gegeben hat. Allerdings ist er auch der lebende Beweis, dass man nicht vom Äußeren auf das Innere schließen soll.
In einem sehr bewegenden Beitrag hat uns Reza mit in den Iran und nach Persien genommen, dort, wo er her kommt. In tollen Bildern und kurzen Videos hat er dabei Land und Leute vorgestellt, wie man es von einer echten Reisereportage erwarten würde – der Fokus lag nicht auf dem perfekte Bild, sondern auf den Menschen und dem Land.
Das ganze nahm allerdings eine etwas sehr unangenehme Wendung, als Reza erklärte, dass er Schwierigkeiten mit dem Sprechen hat – weil er an einem tödlichen Hirn-Tumor leidet.
Das ist für ihn aber kein Grund aufzugeben. Im Gegenteil, vielmehr ist das Ansporn für ihn, weiter auf die Menschen zuzugehen und für die Verständigung unter den Völkern zu werben. Dabei kommt auch heraus, dass er nicht nur „Abenteurer“ ist, sondern auch Ehemann und fürsorglicher Vater, der eine friedlichere Welt zurücklassen möchte, als er vorgefunden hat.
Sein Motto ist dabei einfach:
- Geburtsort: Erde
- Rasse: Mensch
- Politik: Freiheit
- Religion: Liebe
Wer sich die Mühe macht, seinen Insta-Account durch zu scrollen sieht einen Menschen, der gerne reist und sich überall dort, wo die Menschen ihn willkommen heißen, auch zu Hause fühlt. Der Vortrag aber hat eine ganz andere Facette von ihm hervorgehoben, eine, die Social Media gar nicht in den wenigen Sekunden der Beiträge transportieren kann.
Es ist kein Geheimnis, das an dem Abend mehr als eine Träne floss. Es ist aber ebenso Teil der Wahrheit, dass wir alle sehr gerne und viel mit Reza lachen konnten. Denn er ist der lebende Beweis dafür, dass nicht der Tod zählt – sondern das, was man auf dem Weg dorthin erlebt hat.
Und so war es auch wenig verwunderlich, dass am Ende seines Vortrags minutenlanger Applaus die Reaktion war. Und trotz der Tragik des Abends keine der Anwesenden und keiner der Anwesenden traurig im eigentlichen Sinne war. Sondern eher motiviert, zu hinterfragen, wie man selbst seine Reise bis zum unausweichlichen Ende gestalten sollte.
Solltet Ihr mal die Gelegenheit haben, Reza kennen zu lernen, nutzt die. Nicht nur für ihn, um ihm das Gehör zu schenken, dass seine Geschichten verdienen. Sondern vor allem für Euch.
Wenn Du möchtest, kannst Du hier meinen Newsletter abonnieren: