Spahn spürt
Das Problem an der Politik ist, dass man als Politiker sehr viel Zeit in Kreisen gleichgesinnter verbringt, mit denen man sich über den Weg der Politik einigt. Um dann in Kreisen mit dem politischen Gegner zu ringen.
Dabei geht oft der Kontakt zum Bürger und zur Bürgerin verloren. Nicht mal böswillig, sondern oft einfach aus Zeitgründen. Je nach Verantwortung hat man schlicht keine Zeit für viele Gespräche mit Menschen außerhalb. Das kenne ich als (ehemaliger) Fraktionsvorsitzender in einem Stadtrat schon, wie stark muss dann vor allem die Belastung sein, wenn man die Bundestagsfraktion führt.
Um so erstaunter bin ich, wenn ich lese, dass Spahn spürt, was ausgerechnet der Jugend Sorgen bereitet.
Unionsfraktionschef Spahn glaubt, dass die Themen Migration und bezahlbares Wohnen ausschlaggebend sind für den Zuspruch, den die AfD und die Linke bei den jüngsten Landtagswahlen bei jungen Menschen hatten.
Quelle: Deutschlandfunk
Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht. Aber ich persönlich habe den Eindruck, dass die Jugend eine Menge spürt. Aber das Migration absolut keines der relevanten Themen ist.
Bezahlbares Wohnen ja. Liegt vielleicht auch an einer CDU, die das aktiv verhindert. Auch in meiner Stadt.
Man möchte also annehmen, dass er geraten hat und durch Zufall 50% recht hatte. Das die Probleme junger Menschen weit darüber hinausgehen und neben Wohnen auch Arbeit, Klima, Umwelt, Frieden umfassen, hat er wohl nicht auf dem Schirm.
Aber natürlich Migranten. Wie wir es von Spahn und Merz. Neulich noch verteidigte Spahn doch so deutlich die „Stadtbilddebatte„. Eines Stadtbildes, das er aus dem Auto seiner Limousine auf dem Weg zu seiner Villa wahrzunehmen glaubt. Während Merz ja gerade noch mal nachlegte und die Zuwanderung zum Kern aller Gewalt machte.
Spannend ist, dass das ausgerechnet jetzt wieder von Spahn kommt. Auf der anderen Seite könnte man natürlich annehmen, dass der Politiker mit Angst vor nackten Muslimen einfach nur ablenken möchte. Halt zum Beispiel von seiner Villa. Oder halt von der Sache mit den Masken.
Und dafür wird dann eben die eigene Abneigung gegen (nackte) Menschen mit Migrationshintergrund einfach mal zu einer Kernsorge junger Menschen hochstilisiert.
Dabei würde ich wetten, dass wenn man junge Menschen fragt, was sie schlimmer finden….
a) Zuwanderung oder
b) die Selbstbereicherung von Politikern,
dann könnte die Antwort eine recht deutliche sein. Aber hey, um vom eigenen Versagen und von den eigenen Missetaten abzulenken, ist halt gerade der oft in der Diskussion genannte aber selten beteiligte Mensch mit Migrationshintergrund ein super Opfer. Und die NOafd wird es dankend zur Kenntnis nehmen und in den nächsten Wahlkampf einbauen.
Was einmal mehr die Frage aufwirft, was Spahn eigentlich als „Christlich“ im Sinne der Union versteht.
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