Tschüss Cloud?

Ich predige ja nicht erst seit gestern, dass Ihr Euch von den großen Konzernen unabhängig machen sollt. Cloud ist ja nur ein anderes Wort für „Server eines anderen“ und vielleicht passt sogar die Analogie, dass ich inzwischen der „Old Man Yells At Cloud“ bin 😉

Allerdings bin ich mittlerweile, glaube ich, in guter Gesellschaft. Denn ein Artikel auf Heise.de zeigt, dass auch die Entscheider in der IT inzwischen umdenken. 

Eigentlich geht es um „Desktop as a Service“, also das, was Microsoft auch für Euch möchte: Ihr habt nur noch eine „dumme Kiste“, die Euch mit dem Internet verbindet. Alle Tastendrücke werden dahin übertraten, die Berechnungen erfolgen in der Cloud und das Bild auf Euren Monitor zurückgeschickt. 

Wenig überraschend ist das nicht so „billig“, wie es immer beworben wird:
(Alle Zitate: Cloudernüchterung

Fast alle IT-Verantwortlichen befürchten eine zu starke Bindung an Cloud-Anbieter: 94 Prozent der Befragten in einer aktuellen Umfrage äußern Bedenken(…)

und weiter:

Als Hauptgrund für den geplanten Wechsel nennen 54 Prozent der Teilnehmer, dass ihre aktuelle DaaS/VDI-Infrastruktur zu viele IT-Ressourcen bindet. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) identifizieren den Zeitaufwand für Administration und Verwaltung als größten versteckten Kostenfaktor jenseits der reinen Lizenzkosten – dahinter folgen Security- und Compliance-Aufwände (44 Prozent) sowie Speicher- und Infrastrukturkosten (35 Prozent). Diese operativen Belastungen treffen besonders kleine und mittelständische Unternehmen hart.

Ja komisch, als wenn die Unternehmen darauf setzen würden, die Leute mit scheinbar preiswerten Angeboten ködern und dann die Macht der Monopolisten ausspielen wollen. Überrascht ja völlig.

Am Ende des Artikels steht dann das für mich wichtigste:

Als wesentlicher Treiber dieser neuen Cloud-Skepsis erweisen sich Bedenken hinsichtlich der Datensouveränität: 84 Prozent äußern Sorgen bezüglich Compliance-Anforderungen, Datenresidenz und den Risiken ausländischer Rechenzentren. Diese Aspekte dürften insbesondere für europäische Unternehmen im Kontext der DSGVO relevant sein. Parallel dazu stieg die Zahl der Sicherheitsvorfälle: 49 Prozent der Befragten meldeten im vergangenen Jahr mindestens einen Breach – im Vorjahr waren es noch 42 Prozent.

Bei all dem kann man eigentlich nur den Kopf schütteln. Nichts davon darf überraschen, das alles war vorhersehbar. Aber wenn Menschen mahnen, was den Einsatz von Cloud oder auch Ki angeht, dann ist das ein bisschen so als sei man die Spaßbremse oder der Verhinderer vom Dienst. Denn zu viele Projektverantwortliche finden es einfach geil, auf jeden Hype aus dem Netz aufzuspringen – das Denken setzt erst ein, wenn es schon fast zu spät ist und bei sinkender Sicherheit und Verfügbarkeit die Preise in die Höhe schnellen. 

Vielleicht sollten wir mal offen darüber reden, ob wirklich immer alles Hypse sein muss oder ob wir nicht vielleicht erst mal mit etablierten Techniken und gutem Wissen mit bestehenden Techniken die Digitalisierung vorantreiben. Statt immer wieder Geld zu verbrennen…


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