Von Rewe und Ikea Möbeln

Menschen sind schon komisch, irgendwie. 

Wenn ich ein paar (mehr) Jahre zurück denke, wäre es undenkbar gewesen, das sich Menschen bei Ikea Möbel anschauen, dann selber im Lager die Teile zusammenstellen und dann zu Hause fluchend die Möbel schrauben. Man hätte erwartet, dass die Möbel geliefert und von Profis aufgebaut werden – aber das Versprechen etwas Geld zu sparen und die Unfähigkeit, die eigene Zeit dagegen zu rechnen, machte Unternehmen wie Ikea letztlich zum Erfolg. 

Zweites komisches Ding: Selbstbedienungskassen im Supermarkt, z. B bei Rewe.

Die Menschen sollen die Arbeit der Mitarbeitenden machen, ohne dafür trainiert zu werden. Sie werden dabei von Menschen und Kameras auf Schritt und Tritt überwacht und mit bösen Schildern bedroht. Und sie machen das, um vermeintlich Zeit zu sparen – während die Unternehmen halt weniger Kassen besetzen um mehr Druck auszuüben. 

Gut, die Zeit, die sie gefühlt beim Einkaufen sparen, können Sie dann ja in den Möbelaufbau investieren. 

Für mich ist das ein Phänomen, wie es Unternehmen geschafft haben und weiter schaffen, immer mehr „teure“ Arbeit nicht von bezahlten Kräften sondern unbezahlten Kunden übernehmen zu lassen. Ikea ist nicht wirklich billig und Rewe gewährt keinen Preisnachlass, trotzdem wird ihnen die Arbeit abgenommen.

Und ehrlich gesagt ist mir das ein Rätsel. Verstehen die Menschen nicht, dass die „Freizeit“, in der sie dann Möbel im Ikea-Lager suchen und zu Hause aufbauen, sehr teuer ist? Weil sie so rar ist?

Verstehen die Menschen nicht, dass Supermärkte bewusst das Personal, dass sie bezahlen müssen, reduzieren und damit einen Druck aufbauen, der zu einer gefühlten Zeitersparnis führt, die wesentlich größer wäre, wenn mehr geschultes Personal eingesetzt würde, als Oma Erna, die versucht alle Produkte richtig zu scannen?

Ich bin tatsächlich immer wieder verblüfft, das das funktioniert.

Denken wir wirklich so wenig nach?


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