Warum ich meinen Paypal-Acccount gelöscht habe

Warum ich meinen Paypal-Acccount gelöscht habe

Ich habe schon eine Weile Zweifel gehabt, ob ich weiter bei Paypal bleiben soll oder nicht. Die Vorteile liegen auf der Hand, ich kann weltweit Geld an Menschen senden und vor allem online war Paypal halt ein Single Point of Payment: Wenn sich z. B. die Nummer meiner Kreditkarte ändert, kann ich die dort an einer Stelle ändern und muss nicht jede Seite einzeln suchen.

Das Problem ist, dass Paypal mich kein Geld kostet. Das bedeutet, dass Geld muss woanders herkommen. Werden Verkäufer bereit sein, Geld zu zahlen? Hardly. Also wird vermutlich der Deal lauten, dass Paypal die Zahlung abwickelt und dafür die Daten auswerten darf.

Und natürlich ist es genau so. 

Dummerweise ist es wie so oft, was scheinbar harmlos anfängt, wird irgendwann einfach absurd. So kam vor ein paar Tagen im Netz eine nette Story rum, was Paypal inzwischen alles speichert. Inklusive Religion und sexueller Ausrichtung – Grüße an alle, die mit Paypal bei Eis.de einkaufen 😉

Ein zweites Problem ist Honey: Ein Browser-Plugin, von dem man eine Weile dachte, dass es schlimm ist. Bis man jetzt heraus fand, wie schlimm es wirklich ist. Und zwar für Händler, auch gegen deren Willen und natürlich über das aktive Einwerben von Kindern als Datenlieferanten:

Wie man sich denken kann, macht Paypal einem das Löschen des Accounts dann schwer.

Zwar gibt man sich kundenfreundlich und positioniert den Button zum „Schließen“ des Accounts im Profil – den zum Löschen der Daten muss man aber woanders finden. Und beide funktionieren natürlich auch erst mal nicht, sondern erst dann, wenn man eine schier endlose Liste von Diensten, mit denen man vielleicht mal via Paypal was zu tun hatte, per Hand gelöscht hat.

Natürlich mit möglichst vielen Mausklicks, Listen, die sich nicht automatisch aktualisieren und und und.

Hat man das alles geschafft, geht es dann recht gut und Paypal bestätigt einem die Kontoschließung. Die Liste hat allerdings auch den Vorteil, dass man sieht, wo man ggf. noch die Zahlungspräferenzen ändern muss – von der Parking-App übers Geocachen bis hin zur Website von Spiegel unter Umständen. 

In Zukunft werde ich dann wieder verstärkt auf die klassische Überweisung setzen, mobil nutze ich das ohnehin als Datensparsam geltende Apple-Pay sehr gerne und auf Websites werde ich dann halt wieder individuell meine Kreditkarte hinterlegen. 

Und vielleicht solltet Ihr für Euch mal bewerten, ob die Einfachheit eines zentralen Dienstleisters wie Paypal es wert ist, deren Datensammelwut zu unterstützen. Kann man übrigens beim Schließen des Kontos ggf. auch in ein Feld für Bemerkungen schreiben – ich zumindest habe das gemacht. 


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