Wie Microsoft Euch verrät

Wie Microsoft Euch verrät

Seit einiger Zeit schon versucht Microsoft mit Nachdruck, Euch in die Cloud zu zwingen.

Erst bot man Euch Speicher (OneDrive) und verankerte den immer tiefer in Windows. Dann begann man Office in die Cloud zu schieben. Gleichzeitig versucht man immer intensiver zu verhindern, dass Ihr die Kontrolle über Eure Daten und Computer behaltet. Zum Beispiel in dem man „Online-Konten“ erforderlich macht: Ihr sollt Euch an Eurem eigenen Computer nur anmelden, wenn ihr Online bei Microsoft registriert sind.

Jetzt legt Microsoft aber noch einen nach:

Nach den jüngsten Updates wird die Festplattenverschlüsselung „Bitlocker“ still und heimlich aktiviert. 

Was erst mal gut klingt, ist es leider bei genauerem Hinsehen nicht. Zunächst die Frage nach dem Warum:

Microsoft möchte unbedingt „Recall“ auf Euren Computern einsetzen. Dieses Tool soll KI-gestützt Euer Leben einfacher machen. In Wahrheit macht es einfach nur alle paar Sekunden ein Foto von Eurem Bildschirm und speichert das. Völlig egal, ob Ihr gerade bei Eurer Bank seid oder einen Erotikfilm guckt, Microsoft will das speichern.

Jetzt gab es daran massive Kritik, unter anderem weil die Daten unverschlüsselte gespeichert wurden. Die einfachste Lösung für Microsoft ist jetzt, die ganze Festplatte zu verschlüsseln. Dummerweise macht Microsoft zwei Dinge:

1) Das „Passwort“ (der Key) wird in Euren Online-Account bei Microsoft hochgeladen. Microsoft hat also vollen Zugriff auf Eure Festplatte.

2) Das Verschlüsseln wird an das TPM-Modul in Eurem Computer gekoppelt. Das prüft ob z. B. wesentliche Komponenten getauscht werden und aktiviert in eigenem Ermessen die Verschlüsselung. 

Es kann Euch also passieren, dass bei einem Tausch der Festplatte die Daten nicht übertragen werden können. Bei einem Defekt kann Euch kein Techniker helfen, weil ja alles verschlüsselt ist. Mit anderen Worten: Ihr seid auf Gedeih und Verderb der Firma Microsoft ausgeliefert – ohne jede Möglichkeit, daran was zu ändern.

Gleichzeitig geht MS hin verhindert damit „Dual Boot“, dass ihr also z. B. neben Windows noch Linux auf der gleichen Maschine betreibt.

Ja, das Verschlüsseln von Festplatten kann hochgradig sinnvoll sein. Dazu gibt es auch gute Open-Source-Lösungen wie z. B. Veracrypt. Das macht auch Sinn z. B. bei Notebooks, die schnell mal geklaut sind – Eure Daten kommen so nicht in fremde Hände. Veracrypt unterstützt natürlich auch bei beschädigten Festplatten und Daten zu übertragen ist gar kein Problem. 

Alles in allem versucht Microsoft immer mehr, Euch die Zügel aus der Hand zu nehmen. Ihr bezahlt den Konzern mit Abo-Gebühren (Office) oder lasst Euch mit Werbung bombadieren (Windows). 

Was Ihr also machen solltet:

  • prüft regelmäßig, dass Bitlocker nicht aktiv ist, bzw. deaktiviert es. Damit ist auch Recall Gecshichte
  • nutzt nur lokale Benutzeraccounts – fragt ggf. nach, wenn Ihr nicht wisst, wie das geht
  • nutzt die App von Chris Titus um ein Windows ohne Überwachung zu installieren
  • nutzt VeraCrypt, wenn Ihr Euer Notebook verschlüsseln wollt
  • bleibt wachsam und verlangt, dass IHR entscheidet, was Ihr mit Euren Geräten macht!

Ach und noch mal zu den Mails: Ich hatte Euch schon 2023(!) vor Outlook gewarnt, weil Microsoft nicht nur Eure Passwort für Eure Festplatte speichert, sondern sich auch die Daten für E-Mail-Accounts „besorgt“, die es sonst nicht kontrollieren kann. Hiergegen hilft nur, Outlook nicht zu verwenden. 

Bei der Gelegenheit solltet Ihr Euch eh mal fragen, warum die E-Mailprogramme von Microsoft wie Outlook oder Webmailer wie von Google Euch gar nicht erst verraten, dass man Mails verschlüsseln kann. Geschweige denn es Euch so einfach zu machen, wie Thunderbird. Jetzt wo ich es so schreibe, gell?

Und im Zweifel: Installiert mal Linux. Distributionen die Ubuntu sind in der Bedienung kaum noch von Windows zu unterscheiden. Und irgendwann werden auch die letzten Unternehmen, wie z. B. Adobe, erkennen, dass man auch die Spezialsoftware wir Lightroom für Linux anbieten sollte. Ansonsten: Dual-Boot: Installiert Linux und Windows gleichzeitig. So lange Microsoft Euch noch lässt…


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