Wo ein Trog ist, da kommen die Schweine

Wo ein Trog ist, da kommen die Schweine

Es gibt ja diesen geflügelten Spruch:
„Wo ein Trog ist, da kommen die Schweine“

Und das kennt man auch aus der Welt der Computer. Das, was dem Hacker am Liebsten ist, ist ein großer Trog, voller saftiger, fetter Daten.

Von daher ist es kein bisschen verwunderlich, dass jetzt in großem Stil Ausweisdaten abgegriffen wurden:

Kriminelle haben bei mehreren italienischen Hotels nach eigenen Angaben 160.000 Ablichtungen von Ausweisdokumenten geklaut, die diese beim Check-in der Gäste angefertigt hatten. Bei mehreren Hotels kamen jeweils über 20.000 Datensätze abhanden, in zweien sogar über 30.000. Die kopierten Identitätsdokumente scheinen authentisch zu sein und stehen in einem Darknet-Forum zum Kauf. Kostenpunkt: Etwa 50 Cent pro Ausweiskopie.

Mir war das immer suspekt, wenn ich im Ausland meinen Ausweis im Hotel abgeben musste und dort (früher) eine Kopie gemacht wurde oder (heute) ein Scan mit einem speziellen Scanner. Wozu will der Staat meine Daten haben, was macht mich so verdächtig, dass er genau wissen will, welche Nacht ich wo verbringe?

Und jetzt bringen wir den Datenklau in den Hotels noch mal mit dem aktuell wieder auferstandenen Traum der EU (und Briten, Australier, Kanadier, Amerikaner…) zusammen, dass man doch bitte im Internet seine Existenz nachweisen möge, indem man einem obskuren Dienstleister seinen Führerschein oder Personalausweis anvertraue.

Stellt Euch mal vor, die hier erbeuteten Daten wären nicht aus einem Hotel, sondern von einer Website mit Pornhub. Damit wären nicht nur Phishing und Betrug möglich, sondern auch ganz neue Dimensionen von Erpressung.

Und die Frage ist nicht, ob IHR auf Pornhub oder einer anderen Seite rumsurft. Die Frage ist mit welchem Recht wir die Menschen, die es machen, einer solchen Gefahr aussetzen, nur weil der Staat uns allen dermaßen zu misstrauen scheint, dass er jede unserer Bewegungen, gleich ob im virtuellen oder echten Raum, nachvollziehen zu können.

Denn macht Euch nichts vor. Die „Gesetze zum Schutz der Kinder“ machen am Ende das Internet und Euer Leben einfach nur unsicher.

Bei der Wahl in NRW am 14. September habt Ihr die Möglichkeit, den Parteien, die immer nach mehr Daten und mehr Überwachung schreien, mit Eurem Kreuz zu zeigen, was davon zu halten ist:

Nichts.

 

Titelbild mit Adobe Express erstellt.


Wenn Du möchtest, kannst Du hier meinen Newsletter abonnieren:

Die Kommentare sind geschlossen.